Rückblickend auf das Jahr 2009 lassen wir einige Stücke Revue passieren, die wir verkauft haben.

Puffer Augsburg/Nürnberg 1580

Radschlosspuffer in musealer Qualität. Komplett mit weißem und schwarzem Horn belegt und fein graviert. Wirbelsicherung auf der Schlossgegenseite. Ein fast identisches Stück befindet sich im bayrischen Nationalmuseum und wurde von Erwin Schalkhaußer in seinem Werk “Handfeuerwaffen” unter Nr.87 detailliert besschrieben.


Radschlosspistole Puffer Nürnberg/Augsburg um 1580



Radschlosspistole Puffer Nürnberg/Augsburg um 1580



Radschlosspistole Puffer Nürnberg/Augsburg um 1580


Radschlosspistole Hans Danner Nürnberg, ca. 1585

Radschlosspistole von Hans Danner, dem bekanntesten Büchsenmacher der Danner-Dynastie, mit Fischschwanz, auf dem eine feuervergoldete, reich verzierte Abschlussplatte angebracht ist. Schlossplatte mit originaler Bläuung, gravierte Beineinlagen. Zustand unberührt.


Radschlosspistole Hans Danner, Nürnberg, um 1580



Radschlosspistole Hans Danner, Nürnberg, um 1580



Radschlosspistole Hans Danner, Nürnberg, um 1580


Dussägge, 2.Hälfte 16.Jhdt.

Sehr gut erhaltenes Stück in unverputztem Originalzustand, gekröntes PI und Stäntler Klingenmarke.

Felddegen um 1650

Sehr gut erhaltenes unverputztes Stück im Originalzustand mit Solinger Klingenmarke (Heinrich Col)

Moritz und Sohn, Leipzig ca. 1850

Duellkasten aus fein intarisiertem Nussbaumholz mit vollständig in Eisen geschnittenen Pistolen und komplettem Neusilberzubehör – alles in unberührtem und nie geschossenem Zustand.

Faure-Lepage a Paris ca. 1870

Duellkasten mit reich beschnitzten Ebenholzpistolen, Metallteile aufwändig graviert. Komplettes Zubehör, selbst die Pulverflasche ist mit Lepage signiert.

Perkussionstaschenpistolen im Kasten, ca. 1840

Zwei ebenholzgeschäftete Pistolen mit feinsten Rosendamastläufen, gravierten Stahlteilen mit nahezu vollständig erhaltener Bunthärtung im Mahagoniekasten. Mit Wildleder ausgeschlagen, was unüblich ist, da sie sonst mit Samt oder Filz ausgeschlagen waren. Komplettes Zubehör.

Bündelrevolver

4-schüssiger Bündelrevolver von Gilles Mariette nach seinem Patent von 1839 mit Abzugsspannung. Läufe 1-4 nummeriert, runder Systemkasten ringsum fein graviert, Ebenholzschäfte. In intarisiertem Nussbaumkasten, sämtliches Zubehör.


4-läufiger Revolver im Kasten

Bündelrevolver im Kasten


Doppelläufige Steinschlosspistole Staudenmayer London, vormals Wien um 1790

Interessant bei dieser Waffe sind die mit Gold ausgelegten Pfannen und Zündlöcher zur Verhinderung von Korrossion.


Doppelläufige Steinschlosspistole Staudenmayer London



Doppelläufige Steinschlosspistole Staudenmayer London


Perkussionsscheibenpistole, Anton Sebert, Carlsbad um 1830

Auf den Rosendamastläufen befindet sich der in Gold eingelegte Namenszug. Metallteile graviert und mit Gold- und Silberlinien verziert. Das Visier läßt sich mittels eines Schlüssels in der Höhe fein justieren, Deutscher Stecher.


Perkussionspistole Anton Sebert in Carlsbad



Laufinschrift Anton Sebert in Carlsbad

Perkussionspistole Sebert, Carlsbad


Ganzmetallpistole Segalas London, ca. 1770

Überaus reich gravierte Ganzmetallpistole mit gefedertem Abzugsbügel, der die Hähne sichert. Hervorragender Erhaltungszustand. Ganzmetallpistolen waren zwar schwerer, aber nahezu unzerstörbar.


Vollständig gravierte Ganzmetallpistole von Segalas, London

Steinschloss Ganzmetallpistole sign. Segalas, London


Kombinationspistole Williamson 1866

Kombination von Perkussionszündung und Hinterlader im Kaliber .41RF nach einem Patent von Williamson, USA, von 1866. Perkussionseinheit mit Piston wurde mitgeliefert. Man konnte eine Zentralfeuerpatrone verschießen oder eine vorgeladene Patronenhülse mit angedrehtem Piston. Diese Kombination ist einmalig in der Waffentechnik.


Kombinationspistole USA

Taschenpistole zur Kombination von Perkussion und Patrone, Williamson, US


Steinschloss-Husarenpistole Hessen M1827/45 UM

Bis zum Auftauschen dieses Stückes war nicht bekannt, dass für dieses Modell Steinschlossvarianten existieren. Bisher einziges Exemplar in gutem, ursprünglichem Zustand. Siehe hierzu Bericht DWJ 12/2009 “Glücksfall”.


Ordonnanz Husarenpistole Kurhessen

Kurhessische Steinschlosspistole M1827/45 UM



Schlossbereich der Steinschlosspistole

Kurhessische Steinschlosspistole M1827/45 UM



Stempel Hessen-Kassel mit Truppenstempel

Kurhessische Steinschlosspistole M1827/45 UM


Steinschloss-Kavalleriepistole M 1772 Dänemark

Mit Mannschaftskennzeichnung


Dänische Kavalleriepistole, Steinschloss



Dänische Kavalleriepistole, Steinschloss


Marinerevolver Kerr-Lizenz Eibar, Spanien um 1864

Diese spanische Lizenzfertigung des Kerr-Patentes, London, wurde von Hermanos Orbea, Eibar in einer geringen Stückzahl von 700 Stück gefertigt. Durch Seewassereinwirkung sind nur noch wenige Stücke erhalten.


Kerr-Revolver als spanische Lizenzfertigung für die Marine

Spanische Lizenzfertigung des Patentes von Kerr, London



Schriftzug Urbea Hermanos Eibar

Spanische Lizenzfertigung des Kerr-Patentes, London


Revolver von Scheinigg-Gasser 1862

Seltenes Exemplar eines Revolvers nach dem Patent vom 20. November 1862, das Leopold Gasser mit seinem Schwiegervater Scheinigg angemeldet hatte. Das besondere an diesem Revolver sind die abgedeckten Pistons, die dadurch vor Regen geschützt werden sollten.


Scheinigg-Gasser Patent-Revolver

Revolver von Scheinigg-Gasser, Wien



Schriftzug und Österreichische Stempelung sowie Nr. 35

Revolver von Scheinigg-Gasser, Wien


Lefaucheux Luxus-Revolver um 1865, wohl deutsch

Die Elfenbeingriffe sind reich beschnitzt, die Metallteile üppig mit Silber eingelegt. Weitgehend ist die originale Bläuung erhalten.


3efaucheuxrevolver mit Elfenbeingriffen und Goldeinlagen

Luxus-Lefaucheuxrevolver, wohl deutsch



 Lefaucheuxrevolver mit Gold- und Silbereinlagen

Luxus-Lefaucheuxrevolver, wohl deutsch


Hahndoppelflinte Mach Prag um 1870

Erstklassig gearbeitete Doppelflinte mit kräftigen schwarz-weißen Damastläufen, figürlich ausgearbeiteten Stahlteilen, goldunterlegt.


Hahndoppelflinte Mach, Prag um 1870



Detail der Läufe der Hahndoppelflinte von Mach, Prag

Hahndoppelflinte Mach, Prag, um 1870


Hahndrilling Ebigt, Freiberg, Sachsen,um1880

Mit Roux-Unterhebelverschluss. Büchsenlauf Schlagstückbetätigung durch einschiebbaren Block.


Detail Schloss rechts des Hahndrillings von Ebigt in Freiberg

Hahndrilling Ebigt, Freiberg in Sachsen um 1880



Detail Schloss links des Hahndrillings von Ebigt in Freiberg

Hahndrilling Ebigt, Freiberg in Sachsen, um 1880


Pulverhorn Karpatenbecken 17.Jhdt.

Aus einer Hirschgeweihgabel gefertigtes Pulverhorn, das reich beschnitzt wurde. Originale Eisenösen und Schütte zeugen von dem unberührten Zustand.


Geschwärzte Schnitzmotive des Pulverhorns Karpatenbecken

Pulverhorn aus dem Karpatenbecken, 17. Jhdt.


Zündkrautfläschchen, Frankreich 18.Jhdt.

Prunkaufschüttflasche der Epoche Louis XVI aus einem Stück Buchsbaum gefertigt. Plastisch beschnitzt, Silberschütte. Kunstkammerobjekt.


Aufschüttfläschchen

Prunkzündkrautfläschchen französisch, Louis XVI


Wir bedanken uns recht herzlich bei unseren Käufern.

Kategorie: Interessantes im Rückblick 21. Januar 2010 | Ute Nitsche
  Kommentar (1)

Das Restaurieren von alten Waffen ist so alt wie das Sammeln der alten Waffen und Antiquitäten. Ende des 18.Jahrhunderts führte die Zurschaustellung der Restbestände  aus den unmodern gewordenen Zeughäusern und jagdlichen Gewehrkammern zu den ersten Sammlungen. Die restauratorischen Aufgaben bestanden im Wesentlichen im Zusammenstellen von Rüstungen und Waffengattungen sowie deren Reinigung und Konservierung.

Durch das Aufkommen der Romantik Anfang des 19.Jahrhunderts wurde eine breitere Bevölkerungsschicht zum Sammeln inspiriert. Ganze Burgen wurden neu aufgebaut oder bestehende “verschönert”. Landadelige,  Gutsherren oder Unternehmer in der Stadt wollten ihre  Waffenhalle. Zu dieser Zeit gab es noch alte Waffen in großen Mengen. Das Hauptinteresse lag aber im Präsentieren von besonders schönen Stücken. Die Nachfrage nach außergewöhnlichen Prunkobjekten war größer als das Angebot. Die Restauration bestand häufig im Zusammenbau von verzierten Einzelteilen, ungeachtet ob die einzelnen Teile stilistisch, zeitlich oder geographisch zusammenpassten. Die Schäfte von schlichten Radschlosswaffen wurden verbeint, die Metallteile zum Graveur gebracht.

Mit dem Ende des 19.Jahrhunderts begann durch das  Wachstum der Museen, Privatsammlungen und der vermehrten Publikationen das intensivere Restaurieren und Konservieren. Die Methoden waren dabei oft recht grob, da die reine Schmutz- und Rostentfernung im Vordergrund standen. So wurden die Metallteile einer Säurebehandlung unterzogen und somit noch vorhandene Oberflächenbehandlungen, wie Bläuungen, entfernt. Die Schäfte wurden abgelaugt bzw. abgeschliffen und dadurch von jeglicher Patina befreit.

Durch die Zunahme von Sammlern wurde auch das Sammeln einfacherer Stücke Mode. Bedingt durch den Zeitgeist des  schlichten Art Deco und der darauf folgenden Moderne waren makellos aussehende Waffen en vogue. Die Metallteile wurden bis zur vollständigen Entfernung von Rosterscheinungen abgeschliffen und poliert, Schäfte abgezogen, geschliffen, mit Porenfüller behandelt und endlackiert. Über einen Substanz- bzw. Wertverlust machte man sich keine Gedanken.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Restauration auf das maximale Erhalten der Originalsubstanz hinentwickelt. Vereinzelt ist festzustellen, dass es auch hier wieder extreme Trends gibt. Bei der Denkmalpflege ist zu beobachten, dass Fresken wieder zugeputzt werden um auf verbesserte Restaurationstechniken zu warten.  Rost, Schmutz, Beschädigungen  sollen zum wertbestimmenden Faktor werden, da sie die Unberührtheit dokumentieren.

Ein “richtiges” Restaurieren wird es wohl nie geben, weil  neben den beschriebenen Modetrends auch persönliche Meinungen und Vorlieben aufeinander treffen. Dennoch haben sich in den letzten Jahren Richtlinien und Empfehlungen von Experten ergeben, die Sie demnächst hier lesen können.

Kategorie: Restaurieren 4. Januar 2010 | Ute Nitsche
  kein Kommentar

Herzlich willkommen auf der neuen Seite von alte Waffen.

Hier sollen Ihnen zukünftig interessante Objekte vorgestellt werden, Projekte, an denen wir mitarbeiten, Messeauftritte, Begegnungen und alles, was sich interessant anhört und rund um die Waffe geht.  Gerne nehmen wir auch Beiträge von unseren Lesern entgegen.

Wir freuen uns über Ihren Besuch und Ihre Anregungen und wünschen Ihnen viel Spass am Schmökern.

Ein frohes und erholsames Weihnachtsfest sowie einen guten Start für das Neue Jahr wünscht Ihnen

Ute Nitsche von der Kunst- und Waffenkammer

Kategorie: Neuigkeiten 13. Dezember 2009 | Ute Nitsche
  kein Kommentar